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Ich will
mit meiner Hündin nicht züchten. Gibt es eine
"natürliche" Alternative zur Kastrations-Operation?
Nein, es gibt keine gleichwertige und vernünftige Alternative.
In besonderen Fällen kann eine Läufigkeit durch Hormonbehandlung
unterdrückt oder verschoben werden, beispielsweise, wenn die
Hündin momentan nicht narkosefähig ist.
Eine
Hündin ist aufgrund ihrer physiologischen Situation (weibliches
Rudeltier) nicht dazu geeignet, dauernd erfolglos hitzig zu werden,
und ebenso nicht dazu geeignet, durch Hormonbehandlungen
zyklisch blockiert zu werden. Diese Hündinnen erleiden grosse
Belastungen und erkranken früher oder später an Gesäugeentartung
oder Gebärmutterentzündung.
Daher
empfehlen wir immer dann, wenn sicher keine Nachzucht gewünscht
ist, eine frühe operative Kastration noch vor der ersten
Läufigkeit, das heisst bei der Junghündin schon im Alter von 5
bis 7 Monaten.
Zu dieser
Zeit ist der Eingriff für das Tier am schonendsten und das Risiko
für Komplikationen am geringsten. Unverständige "Natur- und
Gewaltfrei-Prediger" assoziieren die Kastration der Hündin mit
Fettleibigkeit, Faulheit und Harnträufeln beim alternden Tier und
verunsichern auf diese Weise den unbefangenen Tierhalter.
Tatsächlich erreichen die kastrierten Hündinnen vergleichsweise
ein höheres Alter als die unkastrierten, weil die letzteren - wie
gesagt - durch die Faktoren Läufigkeit, (ungewollte) Trächtigkeit,
Scheinträchtigkeit, Gebärmutter- und Gesäugeerkrankungen
gesundheitlich stärker belastet werden.
In den letzten 3 Wochen haben wir
5 Aufzuchtkälber trotz intensiver medikamentöser Behandlung wegen
bösartigen Durchfällen verloren. Wie können wir uns in Zukunft
durch Vorbeugemassnahmen schützen?
Die Frage nach Vorbeugemassnahmen ist gut und richtig, da eine
Behandlung der ausgebrochenen Erkrankung selten erfolgreich ist.
Daher empfiehlt sich eine Reihe von Massnahmen, durch die die
Kälber wirksam geschützt werden können, und zwar:
1.
Virologische und/oder serologische Herdenuntersuchung;
2. Impfung
der Mütter;
3.
Einfrieren von Biest;
4.
Kälberschutzprogramm mit oder ohne Impfung am 1. Tag;
5.
Probiotische Supplementierung der Tränke.
Im Detail,
ist die obige Frage wie folgt zu beantworten:
Die
bösartigen Frühdurchfälle bei den kleinen Kälbern werden
ursächlich durch Viren hervorgerufen, wogegen die Nutztiermedizin
keine direkt kurativ wirksamen Medikamente kennt. In anderen Worten,
wenn ein solcher bösartiger viraler Durchfall zum Ausbruch kommt,
ist es für das Kalb und für den Tierarzt oft schon zu spät.
Unsere
Möglichkeiten hiezu liegen in der Vorbeugeuntersuchung und in der
Vorbeuge in Form des "Kälberschutzprogramms". Wenn
gehäuft die genannten Verluste auftreten und gleichzeitig Verwerfen
und Lebensschwäche der Neugeborenen beobachtet wird, so ist
dringend eine Herdenuntersuchung durchzuführen, insbesondere auf den
Erreger BVD/MD. Möglicherweise besteht dazu eine
Förderungsmöglichkeit durch die Veterinärbehörde, mit
anschliessenden geförderten Massnahmen, eventuell auch Herdenschutzimpfung (ausser Land Vorarlberg).
Jedenfalls
können die Aufzuchtmütter auch blind, das heisst ohne vorherige
Untersuchung geimpft werden. Dabei kommt die aktive Immunisierung
in Form von 2 bis 3 Teilimpfungen vor der Geburt dem Kalb zugute,
weil damit die Biestmilch (das Kolostrum) spezifisch schon im Euter
der Mutter mit den Schutzantikörpern gegen die Durchfallerreger Rota, Corona und Coli
angereichert wird.
Das
Kälberschutzprogramm am Kalb beginnt am ersten Lebenstag mit der
unterstützenden Verabreichung von Vitamin-Depot, Aufzuchtserum und
antibiotischem Frühschutz. Die Parallelanwendung einer
Aktiv-Impfung (bekannt "Farmetan") ist umstritten, jedoch
relativ billig und nicht schädlich. Die Kälber müssen im
Problembestand besonders lange Zeit Biest von adaptierten Kühen
erhalten. Die Biestmilch nur am ersten Tag allein reicht nicht aus;
über 5 Tage sollte Biestmilch zumindest beigemengt werden. Kälber
aus neu zugetretenen Kühen oder Kalbinnen müssen zusätzlich
Biestmilch (eventuell aus tiefgefrorenem Bestand) von den
eingesessenen Kühen erhalten.
Besonders
bewährt ist das verhaltene Tränken kleiner Mengen von
Biest/Milch-Gemisch in 3 bis 4 Tränkzeiten anstatt nur morgens und
abends. Diese Technik kann angewandt werden, wenn Opa und Oma bei
den Kleinen mitanpacken können. Zusätzlich erhalten die Kälber
mit jeder Tränke vom 1. Mal an über 2 Wochen ein probiotisches
Supplement mit Vitaminen und Schleimhautschutzkolloid
beigemischt.
Antibiotische
Tränkmedizinalien kommen nur dann zur Anwendung, wenn sich
ausserdem Infektionen des Atmungstrakts (Kälberhusten) breit machen
oder wenn der Durchfallkot mit einiger Sicherheit Kokzidien als Erreger vermuten
lässt. Wenn die kleinen Kälber in der Nähe der Kühe aufgestallt
werden, muss verhindert werden, dass verschmutzte Futterreste,
insbesondere aus Gärfutter, aufgenommen werden. Hingegen soll von
Anfang an hochwertiges Kälberheu zum Knabbern verfügbar sein.
Besonders sorgfältige Stallhygiene muss im Problembetrieb
selbstverständlich sein.
Mein Freizeitpferd war bisher immer
beschlagen. Wir gehen ungefähr 2 mal die Woche auf längere
Ausritte. Kann ich vom dauernden Beschlag auf Hufschuhe umsteigen,
die ich dann dem Pferd nur anlege, wenn es notwendig ist?
Prinzipiell ja, mit folgenden
Einschränkungen:
Es muss ein Hufschuh
gefunden werden, welcher dem Pferd optimal passt, was nicht
selbstverständlich ist, weil die Schuhe nicht in der Weise
individuell angepasst werden können, wie das Hufeisen beim
Warmbeschlag. Wenn es gelingt, einen geeigneten Schuh anzupassen,
dann besteht nach einer gewissen Umstellungsphase die Möglichkeit,
das barhuf gehaltene Pferd eben nur bei Bedarf für die Arbeit auf
festem Boden mit dem Schuh auszurüsten.
Die
Probleme, welche dabei auftreten können, sind eine vorübergehende
Empfindlichkeit der Hufe in der Umstellungsphase, Strapazen für den
Reiter beim An- und Ausziehen der straffen Schuhe, und auch
Mehrkosten für Material und Facharbeit, besonders am Anfang, bis
sich das neue Gleichgewicht wieder eingestellt hat.
Im
schlimmsten Fall kann man später wieder auf den
"normalen" Beschlag umsteigen. Im günstigsten Fall kann
das Pferd im Freizeitbetrieb überhaupt ohne Hufschutz, also
ganzjährig barhuf, funktionieren.
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